Gebäude 39

Hansagrundschule
Architekt: Regierungsdirektor Bruno Grimmek, Berlin

In unmittelbarer Nähe einer älteren Oberschule mit 19 Klassen ist im Zuge des Aufbaus des Hansaviertels zwischen der S-Bahn und der Spree eine 20klassige Grundschule entstanden.

Konstruktion: Mit Ausnahme der eingeschossigen Bauteile sind alle Gebäude in Stahlbeton-Skelettkonstruktion ausgeführt und mit Leichtbausteinen ausgefacht. Auch die Decken bestehen aus Stahlbeton. Sie sind ebenso wie die zweischaligen Trennwände zwischen den Klassen besonders gut gegen Schallübertragung isoliert.

Gliederung: Für die verschiedenen Altersstufen der Kinder wurden differenzierte Baukörper geschaffen. Die Klassenräume liegen auf der Westseite, so dass sie einer damals geplanten und später nicht realisierten Schnellstraße abgewandt sind und erst nach Schulschluss Sonne bekommen. Sie erhalten nur von einer Seite Licht, haben aber Querlüftung. Die Schule ist von einer an der Spree entlangführenden Uferpromenade zugänglich.

Für die Lernanfänger ist eine erdgeschossige Anlage von sechs quadratischen Klassenräumen vorgesehen, die von der Seite sowie durch Oberlicht belichtet und belüftet werden; der Trakt gruppiert sich um eine Halle. Die Halle, mit einem kleinen Pflanzenhof, dient bei ungünstiger Witterung als Aufenthaltsort in den Pausen.

An den Trakt der Lernanfänger schließt sich im Süden der im wesentlichen zweigeschossige Hauptbau an, der mit seinem Z-förmigen Grundriss zwei Pausenhöfe (für jüngere und ältere Schüler) trennt. Der östliche Bauteil enthält im Erd- und Obergeschoss sechs Klassenräume. Kern der Anlage ist der zwischen den Pausenhöfen gelegene Mittelteil. Sein Erdgeschoss ist als Pausenhalle gedacht, kann aber auch als Aula oder für Ausstellungszwecke genutzt werden. Hierfür erforderliche technische Einrichtungen wurden eingebaut. Da die Seitenflächen der Halle verglast sind, besteht eine optische Verbindung zwischen den beiden Pausenhöfen. Im Obergeschoss des Mittelteils liegen Räume für die Schulleitung, Konferenzzimmer, Lehrerbücherei und Arztraum.

Der auf Stützen stehende westliche Teil des Baukörpers enthält im Erdgeschoss lediglich die Eingangs- und Treppenhalle. Die restliche Fläche unter den beiden Obergeschossen stellt eine überdeckte Erweiterung des südlichen Pausenplatzes dar. Im Obergeschoss sind acht Klassen, die Schülerbücherei und der Lehrmittelraum untergebracht. Die Anlage wird im Süden durch eine Turnhalle (Grundfläche 13x26 m) mit Nebenräumen abgeschlossen. Unter dieser liegt, durch besondere Isolierung vor Schallübertragung geschützt, die Hausmeisterwohnung. Zwischen der Turnhalle und der schon bestehenden Oberschule entsteht ein Sportplatz mit einer 55 x 90 m großen Spielfläche.

Statik: Dipl.-Ing. E. Rastedter (Berlin)
Örtliche Bauleitung: Abteilung Hochbau im Bezirk Tiergarten
Gartengestaltung: Werner Jeuter (Berlin)