Gebäude 32

Architekt: Professor Johannes Krahn, Frankfurt a. M.
3 eingeschossige Einfamilienhäuser
Händelallee 49-53, Einfamilienhaus

Die drei Einfamilienhäuser bilden den westlichen Abschluss einer kleinen Gruppe von Einfamilienhäusern im Süden des Hansaviertels. Ihr Typ ist im wesentlichen durch die Lage zwischen den Wohnstraßen im Norden und Osten und einer offenen Grünfläche im Westen bestimmt. Das nördliche der drei Häuser wird von Norden, die beiden anderen werden von Osten erschlossen. Abgesehen von den Garagentoren sind die Baukörper zur Straße hin geschlossen. Die einzige Unterbrechung in der Nord- bzw. Ostansicht entsteht durch den zurückgelegten transparenten Verbindungsbau der Eingangsdiele, die den Schlaf- und den Wohnteil miteinander verbindet. Obgleich also die Häuser an einer ruhigen, lediglich dem Anliegerverkehr dienenden Wohnstraße liegen, werden sie somit stark gegen die Straße abgeschirmt, um jede Ruhestörung auszuschließen.
Zu dem nördlichen Haus gehört nur ein großer Gartenhof, an den alle Räume grenzen. Die Räume der beiden anderen Häuser gruppieren sich dagegen um zwei Gartenhöfe. Davon liegt der eine vor dem nördlichen „Wohnteil“, der andere vor dem südlichen „Schlafteil“. Auch die Kinderzimmer grenzen an diesen „grünen Hof", der auch als Kinderspielplatz geeignet ist. Alle Höfe sind weit auf den im Westen angrenzenden großen Grünstreifen geöffnet. Die Küchen der beiden Häuser im Süden bekommen durch einen kleinen Küchenhof Licht und Luft.
Von diesem Hof sind auch die Garagen zugänglich. lm nördlichen Haus wurde auf den Küchenhof verzichtet, da das Küchenfenster hier nach Norden auf die Straße weist.
Die Gruppierung der Baukörper um Spiel-, Wohn- und Küchenhöfe und die dadurch bedingte Auflockerung gehören zu den charakteristischen Merkmalen dieser Häusergruppe.
Die Eingangsdiele trennt und verbindet zugleich die beiden Glieder des Hauses. Von diesem zentralen Raum aus sind das „Schlafhaus“ mit den Spiel- und Kinderzimmern und das „Wohnhaus“ zu erreichen. Unmittelbar an die Diele bzw. an den anschließenden Verbindungsflur grenzt ein abgetrenntes Arbeitszimmer, das auch als Gast- oder Mädchenzimmer geeignet ist oder als Sprechzimmer genutzt werden kann. Unabhängig vom „Schlafhaus“ mit Bad und WC befindet sich auch im Wohnteil ein WC.
Die Gebäude sind nicht unterkellert. Dafür haben sie einen großen Abstellraum, der, wie auch die Küche, im Wohnteil liegt. Die Küchen sind mit Einbaumöbeln ausgestattet.
Auf einem betont zurückgesetzten Sockel werden die Gebäude aus vorgefertigten Gasbetonplatten errichtet. Die Fassaden wurden farbig akzentuiert. Als Heizung ist eine elektrische Speicherheizung vorgesehen.

Örtliche Bauleitung: Architekt Herbert Hoffmann (Berlin)
Gartengestaltung: Ernst Cramer (Zürich) und
Otto Valentien (Stuttgart-Riedenberg)

JOHANNES KRAHN
Johannes Krahn, *17. Mai 1908 in Mainz, †17. Oktober in Orselina/Schweiz. Vor dem zweiten Weltkrieg war er zunächst mit Rudolf Schwarz und Hans Schwippert an der Kunsthochschule Aachen Tätig. Ab 1934 baute er zusammen mit Rudolf Schwarz in Offenbach und Frankfurt am Main Kirchen und Arztwohnungen. Ab 1945 arbeitete Krahn als selbständiger Architekt in Frankfurt am Main. Er war an der Planung für den Wiederaufbau der Paulskirche beteiligt. Daneben entwarf er Gebäude in Montagebauweise. Erplante die französische Botschaft und das französische Hotel in Bad Godesberg., die Deutsche Botschaft in Neu Delhi, das Deutsche Haus in der Cite Universitaire in Paris sowie weitere öffentliche Gebäude und Geschäftshäuser. Schließlich war er auch als Städtebauer (Wiederaufbau der Altstadt von Wesel) und im Wohnungsbau (450 Wohnungen in Mühlheim/Ruhr) tätig. Seit 1954 war Krahn Professor für Architektur an der Städelschule in Frankfurt am Main, deren Wiederaufbau nach seiner Planung erfolgte.