Gebäude 31

Architekten: Dipl.-Ing. Alois Giefer
und Hermann Mäckler (Frankfurt am Main)
3 eingeschossige Einfamilienhäuser

Am südlichsten Rand der niedrigen Bebauung errichten - etwa gegenüber der neuen Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche - die Frankfurter Architekten Alois Giefer und Hermann Mäckler drei Einfamilienhäuser, die im Norden durch eine Stichstraße an die Wohnstraße angeschlossen sind.
Ziel des Entwurfes war, den Häusern bei möglichst geringem und einfachem Kubus die größte Ausnutzungsmöglichkeit und den höchsten Wohnwert zu geben. Daher hat man in dem Grundriss die Verkehrsfläche soweit wie möglich reduziert. Die Gebäude sind konsequent nach Süden orientiert, eine Tendenz, die durch den Grundstücksschnitt mit seiner von Ost nach West verlaufenden Längsachse stark gefördert wurde.
Um einen größeren Gartenbereich zu erhalten, sind die Häuser unmittelbar an die nördliche Grundstücksgrenze gestellt. lm Nordteil der Häuser liegen neben dem Eingang Küche und Bad sowie eine Abstellkammer, die den Keller ersetzt. Wohn- und Schlafräume sind dagegen nach Süden geöffnet. Ein zwischen Küche und Bad befindlicher Gartenhof belichtet die beiden Räume und ermöglicht eine Querlüftung des Schlafteiles.
Er ist besonders als geschützter und gut zu beaufsichtigender Kinderspielplatz geeignet und erweitert optisch den kleinen Flur vor den Kinderzimmern.
Den etwa 18 m langen, sich ostwestlich erstreckenden Häusern ist im Süden ein Garten mit einer Terrasse vorgelagert, die vom Wohnzimmer aus zugänglich ist. Zwischen Garten und Wohnstraße wird ein Sichtschutz
angebracht. Die Gebäude werden auf eingebrachtem, verdichtetem Boden gegründet, sie sind nicht unterkellert. Hauptkonstruktionselement sind geschosshohe Gasbeton-Fertigteile, die als Außenwände 20 cm, als Innenwände 7,5 cm dick sind. Die Wände werden innen gespachtelt und außen geputzt. Die bewehrten Dachplatten bestehen aus gleichem Material. Gasbeton, aus dem noch eine ganze Reihe niedriger Häuser im Hansaviertel gebaut werden, gewährleistet eine gute Wärmedämmung, auf die hier, im Hinblick auf die großen Abkühlflächen, großer Wert gelegt wurde. Die lichte Raumhöhe beträgt in den mit einer elektrischen Speicherheizung ausgestatteten Häusern 2,50 m. Alle Zimmer haben Einbaumöbel. Eine Schiebetür trennt das Wohnzimmer von der Küche mit dem Essplatz. Zwischen den beiden Häusern im Westen liegen die Garagen. Das kleinere Haus auf der Ostseite, das über einen langen Gang ebenfalls von der Stichstraße aus erreicht wird, ist im Prinzip gleich orientiert wie die beiden anderen Häuser. Lediglich der Gartenhof ist fortgefallen, und - mit Rücksicht auf den Grundstücksschnitt - wurde der Schlafteil etwas nach Norden versetzt.

Statik: Dipl.-Ing. Hans G. Rachow (Berlin)
Bauleitung: Architekt Bert Gerhards (Berlin)
Gartengestaltung: Ernst Cramer (Zürich) und
Otto Valentien (Stuttgart-Riedenberg)

Alois Giefer und Hermann Mäckler
Hermann Mäckler (*16. Januar 1910 in Vallendar; †24. Oktober 1985 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Architekt.
Mäckler war zunächst bis zu dessen Tod im Februar 1941 Mitarbeiter von Martin Weber. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs machte er sich 1945 zusammen Alois Giefer im Architektenbüro Giefer & Mäckler selbständig. Ab 1948 leitete er den Wiederaufbau des ausgebrannten Frankfurter Kaiserdoms.
Das Büro zählte in den 1950er und 1960er Jahren zu den prominenten Entwerfern für katholische Kirchenbauten und Siedlungsbauten, erreichte aber auch durch Bauten im Berliner Hansaviertel und in Frankfurt am Main überregionale Bekanntheit.

Heilig-Geist-Kirche, Würzburg
Wiederaufbau des Frankfurter Kaiserdom St. Bartholomäus (1950–53)
neues Institutsgebäude des Frankfurter Instituts für Sozialforschung (1950)
Abfertigungsgebäude des Rhein-Main-Flughafens (1951, 1952–57)
Allerheiligenkirche Frankfurt (1953)
Händelallee 43/47 Berlin, Wohnhausgruppe (1957)
Sankt Katharinen-Krankenhaus Frankfurt (1957–58)
Alfred Delp-Haus, Frankfurt (1958)
Kath. Kuratiekirche Hl. Geist, Würzburg (1958)
St. Petrus Canisius, Oberstedten (1964)
Chemisches Staatsinstitut in Hamburg (1968)
Erweiterungsbau des Rhein-Main-Flughafens (Abflug- und Empfangsgebäude) (1973)
Quellen [Bearbeiten]

Hermann Mäckler 1910-1985. in: Bauwelt, 45/1985, S. 1762
Hans Vollmer (Hg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Bd. 3, Seemann, Leipzig 1956