Gebäude 21

Architekt: Werner Düttmann, Berlin
Bücherei

Am südlichen Ausgang des U-Bahnhofs Hansaplatz ist mit der Bücherei einer der dem Gemeingebrauch dienenden Bauten im Hansaviertel entstanden.
Konstruktion: Eingeschossiger Stahlbeton-Skelettbau auf quadratischer Grundfläche von 33,75 X 3,75 m. Flach geneigtes Pultdach.

Gliederung: Der Haupteingang auf der Westseite der Bücherei ist mit dem südlichen Eingang des U-Bahnhofs durch ein gemeinsames Vordach verbunden. In vier Trakten lagern sich die eingeschossigen Baukörper atriumartig um einen Lesehof, der sich im Südosten, an der dem Haupteingang gegenüberliegenden Seite zum „Englischen Garten“ hin, öffnet. Vor einer kleinen Mauer, die sowohl den Ausblick auf den Park als auch den Einblick in den Garten inmitten der Bücherei freigibt, liegt ein etwa 14 m langes und 5 m breites Wasserbecken.
Der gärtnerisch reizvoll gestaltete Lesehof ist der Mittelpunkt der Bücherei. Um ihn gruppieren sich die einzelnen Teile der Anlage: Im Norden der Bibliothekssaal, in dem die Bücher nach dem System der „Freihandausleihe“ entnommen werden.

Im Osten der Leseraum schließt sich nach Süden das Wasserbecken an. Südlich davon liegt der Jugendleseraum. Die Freihandbücherei für die Jugend befindet sich an der Südwestecke, und der westliche Flügel schließlich ist für Katalog und Verwaltungsräume sowie für den Zeitschriftensaal vorbehalten. Infolge der Raumanordnung waren die Jugendlichen von den erwachsenen Lesern relativ streng getrennt; sie hatten nicht einmal einen gemeinsamen Eingang. Durch eine Möblierung, die vielfältig verändert werden kann, ließ sich der Leseraum für die Jugend auch für kleine Veranstaltungen, etwa Diskussionsabende und Kinovorführungen - benutzen. In der Freihandbücherei für Erwachsene können rund 12000 Bücher aufgestellt werden.

Statik: Dipl.-Ing. Fritz Hose, Berlin
Örtliche Bauleitung: Amt für Hochbau im Bezirksamt Tiergarten
Gartengestaltung: Prof. Hertha Hammerbacher (Berlin) und
Edvard Jacobson (Karlstadt/Schweden)

WERNER DÜTTMANN
Werner Düttmann, * 6. März 1921 in Berlin; † 26. Januar 1983 Berlin. Studienbeginn an der Technischen Hochschule Berlin Charlottenburg, das er 1942 wegen des Krieges unterbrechen musste. 1949 beendete er sein Studium. Danach war er in der Kreuzberger Bauverwaltung und in der Berliner Senatsverwaltung für Bau- und Wohnungswesen tätig. 1951 studierte er am Institute für Town & Country-Planning Colleg der Universität Durham (England). Nach seiner Rückkehr wirkte er maßgeblich an den Entwürfen vieler öffentlicher Einrichtungen in Berlin mit, u. a. am Jugendheim Zehlendorf (1953) und Altersheim Wedding (1953/54). 1953 wurde er zum Regierungsbaurat beim Senat für Bau- und Wohnungswesen ernannt. Auch seine Beteiligung an Architekturwettbewerben war sehr erfolgreich, so z. B. mit der Pädagogischen Akademie in Paderborn, den Schulen am Karlsgarten und der Gallwitzallee in Berlin. Düttmann war auch als Maler und Grafiker tätig, sowie als Gestalter von Möbeln, Lampen und Textilien. Zusammen mit Fran Mocken war er Kontaktarchitekt des amerikanischen Architekten Hugh A. Stubbins beim Bau der Kongresshalle in Berlin (heute: Haus der Kulturen der Welt).