Gebäude 14

Architekt: Otto H. Senn, Basel
4 geschossiges Wohnhaus
Bartningallee 12, Mehrfamilienhaus

Lage: Das 4geschossige Wohnhaus liegt in der Nordostecke des Hansaviertels an dem Straßenknie, das durch die Einmündung der Brückenallee in die hier verlegte Klopstockstraße gebildet wird. Der prismatisch über einem Fünfeck entwickelte Baukörper steht also an einer Stelle, an der sich verschiedene Wohnhaustypen begegnen.

Konstruktion: Ein um das Fünfeck gezogener Kreis mit einem Durchmesser von rund 21 m bestimmt etwa die Grundfläche des Baues. Außenwände und Brüstungen sowie die Decken werden in Stahlbeton, die inneren Tragwände in Backstein ausgeführt. Das Sockel- und das Dachgeschoss bleiben ebenso wie die Seitenwände der Terrassen bei den Normalgeschossen in Sichtbeton erhalten. Die Außenwände der Wohngeschosse werden innen mit Kunststoff-Schaumplatten belegt und außen geputzt. Für Fenster und Terrassentüren sind Holzverbundkonstruktionen vorgesehen.

Gliederung: Die 4 Stockwerke ruhen auf einem Sockelgeschoss, in dem Eingangshalle, Mieter- und Gemeinschaftsabstellräume, die Waschküche mit Trockenraum und technische Räume (Anschlüsse für die Fernheizung) liegen. Das Dachgeschoss ist zurückgesetzt, es wird nur zum Teil als Wohnfläche genutzt. Die freibleibende Fläche steht den Mietern als Terrassengarten zur Verfügung.

Wohnungen: Das Gebäude hat insgesamt 16 Wohnungen, in jedem Geschoss vier. In den 5 Normalgeschossen liegen je zwei Zwei-, eine Drei- und eine Vierzimmerwohnung, im Dachgeschoss drei Wohnungen mit einem Zimmer und eine mit zwei Zimmern. Die Räume jeder Wohnung sind um einen zentralen Vorplatz gruppiert. Von ihm führen Türen zum Wohnzimmer, zur Küche, zu den Schlafräumen, zum Bad und zum separaten WC. Jedes Wohnzimmer steht in enger Beziehung zur Küche und öffnet sich auf eine gedeckte Terrasse. Dabei kann nach Wunsch der Arbeits- und Essplatz in das Wohnzimmer einbezogen oder auch zusammen mit der Küche von diesem getrennt werden. Offener sind die Wohnungen im Dachgeschoss. Hier ist der Abschluss des Wohnzimmers von dem sich nischenartig anfügenden Vorplatz ebenso fortgefallen wie die Trennung der Küche vom Wohnraum. Die Küchen werden mit Spültischkombinationen, elektrischem Herd und mit einem 60-l-Kühlschrank ausgestattet. Die Bäder in den Normalgeschossen haben Einbauwannen, WCs liegen getrennt. Sie werden - wie zusätzlich die Küchen - durch Kanäle belüftet.

Statik und örtliche Bauleitung: Architekt Werner Jacob (Berlin)
Gartengestaltung: Prof. C. Th. Sörensen (Kopenhagen/Dänemark) und
Wilhelm Hübotter (Hannover)

OTTO SENN
Otto H. Senn (*19. November 1902 Basel; †4. Mai 1993 Basel). Er studierte an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich. Danach arbeitete er ab 1927 als Architekt im Krankenhausbau. Im Anschluß ging er nach England und Amerika, wo er sich mit städtebaulichen und bautechnischen Fragen beschäftigte. Zurück in der Schweiz folgten Projekte im sozialen und privaten Wohnungs- sowie im Industriebau. Die Bebauung des Gellert-Areals in Basel (1950) und des Hechtliackers (1954) haben Senn in der internationalen Fachwelt bekannt gemacht. Seit 1954 war er als Mitglied der „Commission du Plan Directuer“ der Stadt Lausanne für die Neugestaltung des Verkehrswesens, die Stadterweiterung und für die Reform des Baugesetzes tätig.