Gebäude 11

Architekten: Prof. Raymond Lopez und Prof. Eugène Beoudouin, Paris
16geschossiges Wohnhaus
Bartningallee 11-13, "Punkt"-Hochhaus

Lage: Nordostrand des Hansaviertels in einer Kette von fünf etwa gleich hohen Punkthäusern. Diese Hochhausgruppe bildet im Norden den städtebaulichen Abschluss und Höhepunkt des neuen Viertels.
Abmessungen: Das Gebäude erreicht über einem quadratischen Grundriss von 22 x 22 m eine Höhe von 51 m. Der umbaute Raum beträgt 24.754 qm. Bei der Grundrissgestaltung wurde von einem Rastermaß von 2,34 m ausgegangen. Dieses bestimmt auch die Breite der kleinsten Zimmer (halbe Zimmer). Auf der Grundlage des Rasters entstehen in jedem der 15 Wohngeschosse sechs paarweise dem Treppenhaus zugeordnete Wohnungen von je 7,02 m Breite. Die kleineren Wohnungen, in der Nähe der Treppenhäuser, sind auch 7,02 m tief, also quadratisch, während die größeren Ecktypen 9,56 m Tiefe haben.

Konstruktion: Die tragende Konstruktion besteht aus Stahlbetonwänden, die in Ost-West-Richtung zugleich die Wohnungstrennwände bilden. In Nord-Süd-Richtung treten die tragenden Elemente in den Wohnungen lediglich als Pfeiler in Erscheinung. Die Außenwände aus armiertem Ziegelsplittbeton sind 20 cm dick, sie sind außen mit einer 6 cm dicken Gasbetonplatte belegt und farbig geputzt. Die belasteten Innenwände, die ebenso stark und aus gleichem Material wie die Außenwände sind, wurden zur Isolierung mit einer 2 cm dicken, verputzten Leichtbauplatte belegt. Die Innenwände bestehen aus 5 cm starken Ziegelsplittbetonplatten, die nicht belastet sind. Besondere Sorgfalt haben die Architekten der Schall- und Wärmeisolierung gewidmet. Die 18 cm starken Massivdecken zwischen den 2,88 m hohen Geschossen sind durch eine Glaswoll- und Asphaltschicht gegen Trittschall abgedichtet. Die Außenwände zwischen den Schotten sind als geschosshohe Metallrahmen mit Metallverbundfenstern und Brüstungen aus emailliertem Blech, das mit Isolierstoffen hinterlegt wird, gebildet. Für das gesamte Gebäude ist nur ein Fenstertyp entworfen, der lediglich durch die Loggiatüren eine Abwandlung erfährt.

Gliederung des Hauses: Zwei Treppenhäuser mit zwei kombinierten Personen- und Lastenaufzügen und der Müllschluckanlage bilden den Kern des Hauses, um den sich im Westen und Osten die beiden Wohntrakte gruppieren. Die Wohnungen sind folglich nach diesen Richtungen orientiert. Nur die Eckwohnungen haben im Norden und Süden zusätzliche Räume und Fenster. Hierdurch ergibt sich, dass jede Eckwohnung zwei Eingänge hat, die an die Treppen angeschlossen sind. Die Eingänge liegen in der Nähe von Küche und Bad an dem Teil der Wohnung, in dem die gesamte Installation um einen Kern zusammengefasst ist. Durch diese Anordnung kann die Wohnfläche großzügig genutzt werden. Die Konstruktion bietet die Möglichkeit, die Raumeinteilung zu variieren: Den Mietern wird somit die Möglichkeit gegeben, bei gleicher Miete und gleicher Quadratmeterzahl der gesamten Wohnung, eine Raumanordnung zu wählen, die ihrem Bedarf und persönlichem Geschmack am besten entspricht.

Wohnungen: In dem Gebäude werden insgesamt 87 Wohnungen mit einer Grundfläche zwischen 40 und 61 qm gewonnen. Alle Typen, von der 1-Zimmer-Wohnung mit Kochnische bis zur 3 1/2-Zimmer-Wohnung sind vertreten.

Statik: Dr.-Ing. Fritz Leonhardt (Stuttgart)
Bauleitung: Reg.-Baum. a. D. Werner Berndt (Berlin)
Gartengestaltung: Gustav Lüttge (Hamburg)
und Professor Pietro Porcinai (Florenz/Italien)

RAYMOND LOPEZ, EUGÈNE BEAUDOUIN
Raymond Lopez, (†1966); Beaudouin (*20. Juli 1898 Paris; †14. Januar 1983 Paris). Er leitete die Ecole Speziale d Architectura a Paris und lehrte auch an der Ecole Nationale des Ponts et Chaussees. Lopez war wesentlich an der Prägung der zeitgenössischen französischen Architekturauffassung beteiligt. Er war sowohl Lehrender als auch Planer (Wiederaufbaupläne für einige französische Städte und Dörfer) und Architekt. Nach seinen Entwürfen entstanden Wohnhäuser und verwaltungsgebäude in Paris, Brest, Nantes und Argenteul.

Eugene Beaudouin, geboren 1989 in Paris. Nach dem Studium an der Academie de France in Rom lehrte er an der Ecole Nationale Superieure des Beaux Arts. Er war Chefarchitekt der französischen Regierung. Auch Beaudouin war vielseitig tätig. Er plante und realisierte Wohn- und Industriebauten, Verwaltungsgebäude und Schule so wie diplomatische Vertretungen. Als Stadtplaner stellte er 1926 einen Bebauungsplan für Havanna auf. Viele weitere regional- und Stadtplanungen folgten nach 1945, u. a. für Marseille, Monaco, Toulon, und Brest, Lopez und Beaudouin gehörten zu den Chefarchitekten der „Batiments Civils et Palais Nationaux Francais“.