DAS ALTE HANSAVIERTEL
Wie das Hansa-Viertel zu seinem Namen kam
Die Geschichte beginnt im Jahr 1871, mit dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges und dem darauf folgenden Gründerzeit-Boom. Unterschiedliche Kreise interessierten sich für die Bebauung der "Schöneberger Wiesen". Die rasante Bevölkerungsentwicklung verhieß gute Geschäftsmöglichkeiten. Mit der königlichen Order vom 21. März 1874, der eigentlichen Gründungsurkunde des Hansa-Viertels, wurde die Bebauung der "Schöneberger Wiesen" durch die Berlin-Hamburger Immobiliengesellschaft, der vorwiegend Hamburger Kaufleute angehörten, freigegeben und zugleich deren Bebauungsplan genehmigt.
Die "Schöneberger Wiesen" wurden in der Folgezeit entwässert und aufgeschüttet. Straßen wurden gebaut, welche 1879 durch das Polizeipräsidium geografische Namen Norddeutschlands erhielten. Die Namensgebung erfolgte sowohl unter Bezug auf die Nähe der Hamburger Eisenbahn als auch mit Rücksicht auf das finanzielle Engagement. Außerdem wollte man daran erinnern, dass Berlin einst dem Hansa-Bund angehört hatte, daher die Bezeichnung Hansa-Platz. Die Altonaer Straße erhielt ihren Namen, um die Großstadt bei Hamburg zu würdigen. Im September 1879 wurde im "Communalblatt" verkündet, dass mit der Bezeichnung "Hansaplatz-Bezirk Nr. 211" ein neuer Stadtbezirk gebildet wurde.
Carl Otto Fritsch, ein Schwiegersohn Theodor Fontanes, schlug 1887 in der "Deutschen Bauzeitschrift" die Bezeichnung "Bellevue-Viertel" oder "Hansa-Viertel" vor. Als der Name "Hansa-Viertel" 1896 in dem Standardwerk "Berlin und seine Bauten" Erwähnung fand, hatte er sich bereits durchgesetzt. Eine offizielle Verleihung dieses Namens hat es nicht gegeben.
Literaturquelle: Bertram Janiszewski "Das alte Hansa-Viertel in Berlin", Haude & Spenersche Verlagsbuchhandlung GmbH, Berlin, 2000
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